Noch ein geiles Gedicht


admin - Posted on 28 July 2010

Naturgeschichtliches Alphabet

A     Der Abend kommt am Tagesschluß,
        In Afrika gibts viel Verdruß.

B     Was in Berlin so vor sich geht,
        Erfährt der Bülow manchmal spät.

C     Den Cognac trinkt man gerne vieux,
        Den Caro beißen viele Flöh'.

D     Des David Sohn hieß Absalon,
        Der Dernburg wird jetzt auch bald »von«.

E     Die Elstern haben bunte Schwänz',
        Im Alter wird man Exzellenz.

F     Die Fürsten sieht man nur von ferne,
        Furunkeln hat man auch nicht gerne.

G     Die Gnade ist um Geld nicht feil,
        Auch Greise sind mitunter geil.

H     Der Himmel ist der Menschheit Ziel,

        Der Hase rammelt ziemlich viel.


I     Das Indigo ist blau, nicht rot,
        Der Ibsen ist jetzt auch schon tot.

K     Der Kranke wird sehr oft klistiert,
        Der Kaiser hat den Kleist zitiert.

L     Man wird leicht stolz als Leutenant,
        Die Laus stammt wohl aus Griechenland.

M     In Montenegro wird gestohlen,
        Die meisten Sachsen sind Mongolen.

N     Wer länger ohne Nahrung ist,
        Wird ganz von selber Nihilist

O     O-Beine niemand leiden kann,
        Der Orterer ist ein schöner Mann.

P     Der alte Pfaffe wird ein Probst,
        Der Pferdeapfel ist kein Obst.

Q     Es gibt viel Quallen in der See,
        Viel Quasselfritzen an der Spree.

R     Der Reiher speit mitunter sehr,
        Von Roeren hört man gar nichts mehr.

S     In Singapore sind wir fremd, Der Serbe wechselt nie das Hemd.


T     Der Tod ist dieses Lebens Ende,
        Die Taube kackt auf Monumente.

U     Man lasse doch den Unfug bleiben,
        Mit seinen Fürsten Ulk zu treiben.

V     Vampire sind gemeine Biester,
        Die Venus hat noch heute Priester.

W     Die Wade ist ein Teil des Leibes,
        Und oft die Zierde eines Weibes.

        XY sind sehr verzwickt,
        Auch Busch hat sich darum gedrückt.

Z     Der Zar fühlt sich in seinem Saal
        So bänglich wie ein Zitteraal.




Thoma