So viele Bücher, so wenig Zeit.
Ich hoffe, das besondere Buch zu finden, das vergessenen Buch, das Buch, das man jemandem der alles hat, mit gutem Gewissen schenken kann, selbst wenn er oder sie es schon hat, das kleine Buch (Schinken verboten !).
Demnächst: das tägliche Gedicht.
Na so ganz täglich wird es schon nicht sein, sonst wird es gar zu langweilig und vorhersehbar. Nein, zu Goethes Geburtstag und anderen speziellen Daten, eine kleine Erinnerung in Form einer lautlosen email...
(Bislang nur auf twitter zu finden.)
Zweite Liebe
Warum auch zweite Liebe
Noch stets mit bangem Muth,
Mit Angst uns füllt und Zweifeln,
Wie's kaum die erste thut?
Seht, ein ergrauter Bergmann
Fährt in der Grube Nacht,
Und alle Weg' und Tritte
Kennt er im dunkeln Schacht.
Er, dem wie seine Hütte
Bekannt der Stollen ward,
Bekreuzt sich doch und betet,
Bevor er wagt die Fahrt.
Anastasius Grün
geboren am 11.04.1808 in
Gedicht zur Automesse: Sieben geile Männlein rannten Hinter Lene Levi her.
Der Fall in den Fluß

Lene Levi lief besoffen
Nächtlich in den Nebenstraßen
Hin und wieder »Auto« brüllend.
Die Teutoburger Schlacht
Die Teutoburger Schlacht
Als die Römer frech geworden,
Zogen sie nach Deutschlands Norden,
Vorne beim Trompetenschall
Ritt der Generalfeldmarschall,
Herr Quinctilius Varus.
Doch im Teutoburger Walde
Huh, wie pfiff der Wind so kalte;
Raben flogen durch die Luft
Und es war ein Moderduft
Wie von Blut und Leichen.
Plötzlich aus des Waldes Duster
Brachen krampfhaft die Cherusker;
Mit Gott für Fürst und Vaterland
Stürmten sie von Wut entbrannt
Neuer Frühling gibt zurück, Was der Winter dir genommen.
46.
Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick.
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen.
Und wie viel ist dir geblieben,
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
Alles, alles darfst du lieben!
Heinrich Heine, Buch der Lieder
Aber nun ist nicht Sommer noch Winter, seit mich Beglückten Amors Fittich bedeckt
O wie achtet ich sonst auf alle Zeiten des Jahres;
Grüßte den kommenden Lenz, sehnte dem Herbste mich nach!
Aber nun ist nicht Sommer noch Winter, seit mich Beglückten
Amors Fittich bedeckt, ewiger Frühling umschwebt.
Goethe
Irrgarten der Liebe: Aprilgedicht
Das grüne Wunder
Mein Birkenhain stand weiß und kahl,
Die dünnen Stämmchen fror,
Da kam April und zauberte
Das Leben grün hervor.
Mit einem Schleier angethan
Steht nun mein Birkenhain;
Das grüne Wunder ist geschehn,
Nun laßt uns gläubig sein.
Nun laßt uns glauben wiederum,
Es kommen die Vagabunde, Zigeuner, Polacken und Lumpenhunde
Der Leib lag auf der Totenbahr',
Jedoch die arme Seele war,
Entrissen irdischem Getümmel,
Schon auf dem Wege nach dem Himmel.
Dort klopft' sie an die hohe Pforte,
Und seufzte tief und sprach die Worte:
»Sankt Peter, komm und schließe auf!
Ich bin so müde vom Lebenslauf –
Ausruhen möcht ich auf seidnen Pfühlen
Im Himmelreich, ich möchte spielen
Ich denke deiner, Ostertag: Ein Nebel über Schleswig lag,
Ich denke deiner, Ostertag:
Ein Nebel über Schleswig lag,
Über Schleswig-Stadt, über Schleswig-Land –
Der Däne hielt uns wieder in Hand,
Er hielt Schloß Gottorp, er hielt die Schlei,
Unser kurzer Traum war wieder vorbei;
Ein Nebel über Schleswig lag,
Achtundvierzig, am Ostertag.
Und über die Stadt und über den Strom
Dies ist der Frommen Lotterie
Wobei man kann verlieren nie;
Das Nichts darin ist also groß,
Als wenn dir fiel' das beste Los.
1. Das erste Los
Von außen Spott und Schmach der Leuten,
Von innen Furcht und Traurigkeiten,
Dies pflegt das erste Los zu sein,
Das hier den Frommen wird gemein.
Gerhard Tersteegen, am 03.04.1769 gestorben.